Geschichte des Hauses
Einiges zur Geschichte des Hauses
Das ungarische Kulturinstitut Collegium Hungaricum Berlin findet im heutigen Berlin als neue Kulturmetropole Mitteleuropas seine zeitgemäße Rolle, widerspiegelt in den Jahren seines Bestehens jedoch die wechselvolle Geschichte des letzten Jahrhunderts.
Bereits nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg startete Ungarn eine kulturelle und wissenschaftliche Offensive: Der Mangel an politischer und militärischer Stärke sollte durch geistige Größe ausgeglichen werden. Daher wurden 1923 in Rom und 1924 in Wien und in der Berliner Dorotheenstraße je ein ›Collegium Hungaricum‹ als (Wohn-)Ort für die Förderung begabter junger ungarischer Forscher und Wissenschaftler eröffnet. Das Berliner Collegium arbeitete eng mit der Berliner Friedrich-Wilhelms-Universität, der heutigen Humboldt-Universität, zusammen.
Nach der Zerstörung des Gebäudes 1945 wurde in Ostberlin erst 1973 wieder ein ›Haus der Ungarischen Kultur‹ eröffnet, das an Stelle der Wissenschaften die Präsentation der Künste bevorzugte. Das Haus wurde zu einem Ort für Andersdenkende, die die relative Freiheit des kulturellen Lebens in der Ungarischen Volksrepublik genießen durften, und dadurch der politischen Führung in der DDR oft Kopfzerbrechen bereitete.
Nach der politischen Wende 1989 benötigte das ›Haus Ungarn‹ eine grundsätzlich neue Konzeption: Die frühere Rolle Ungarns als ›lustigste Baracke im sozialistischen Lager‹ war verschwunden.
Seitdem finden im ›Collegium Hungaricum Berlin‹ bzw. an externen Orten jährlich 80-100 Veranstaltungen statt. Für das Programm ist die Vielfältigkeit charakteristisch: bildende Künste, Literatur, Film, Musik, Gesellschaftspolitik und Kulturgeschichte werden angeboten. Immer wichtiger wird dabei die Zusammenarbeit mit deutschen und ausländischen Kultureinrichtungen nicht nur in Berlin, so dass das Collegium Hungaricum Berlin inzwischen auch als Kulturkontaktbüro bzw. Kulturagentur auftritt und Programme auf internationalen Festivals in Deutschland organisiert bzw. durch die Vermittlung ungarischer Künstler und Autoren unterstützt. Dies unterstützend und ergänzend hat die fachlich fundierte inhaltliche Kooperation mit Verlagen, politischen Stiftungen, Forschungsinstituten oder Galerien in den letzten Jahren stark zugenommen.
Im März 2006 wurde in der Dorotheenstraße 12 direkt hinter der Humboldt-Universität in Berlin-Mitte die Grundsteinlegung für ein neues Gebäude gefeiert: Es wird wieder auf dem Grundstück des ersten Collegium Hungaricum Berlin erstehen: den Bedürfnissen des dritten Jahrtausends entsprechend.


